Für die Publisher-Sinne
Hier folgt sogleich das Schlaraffenland für Magazin-Freaks: Magazine die es als PDF gibt.
Deutsch verkauft besser
Was auf den ersten Blick das Hobby einer Handvoll Sprachpuristen zu sein scheint, erweist sich bei genauerem Hinsehen als wichtiger Erfolgsfaktor. Gutes Deutsch verkauft besser. Gerade kaufkräftige Zielgruppen sind sprachsensibler als vielleicht vermutet. Dies zeigte eine Befragung der Fachzeitung «Deutsche Sprachwelt» bereits im Sommer 2006 deutlich: 36 Prozent der Befragten wenden sich von Waren und Dienstleistungen ab, wenn diese unverständlich oder fehlerhaft beworben oder beschrieben werden. Bei den kaufkräftigen Altersgruppen steigt dieser Prozentsatz sprachkritischer Kunden sogar auf über 60 Prozent. Deshalb: Gutes Deutsch stellt sich immer mehr als Wettbewerbsfaktor heraus.
«Jargon, überflüssige Fremdwörter und Anglizismen haben in Zeitungen und Magazinen, auch in Kundenmagazinen, nichts zu suchen.» lehrt auch Ulrich Brenner, Leiter der Deutschen Journalistenschule, München, seinen Jungreportern.
Unternehmen steuern mit dem Trend
Der Verein Deutsche Sprache verleiht den Institutionenpreis für gutes Deutsch. Ausgezeichnet wurde Dialog.E, das Kundenmagazin der Eon Westfalen-Weser. Hinter soviel Spracheifer stehen durchaus auch wirtschaftliche Interessen. Denn: Gutes Deutsch wirkt. Es spart Geld und verkauft besser – diese Erkenntnis setzt sich durch. So schult Eon Westfalen-Weser seine Mitarbeitenden in Formulierung und Wortwahl. Folge: weniger Rückfragen, weniger Missverständnisse, klarere Ziele, bessere Kommunikation – und der Sprachpreis. Zum Interview in der Süddeutschen Zeitung
Studie: Responseverhalten im Corporate Publishing
Unternehmensmagazine verfolgen unterschiedliche Ziele. Steht «Verkaufen» im Vordergrund, dienen Reportagen und Berichte vor allem einem Zweck: Begehrlichkeiten wecken. Das Dialogmarketing bietet dann eine Vielzahl von Kanälen, um die beim Leser geweckten Wünsche in einen virtuellen oder tatsächlichen Einkaufsbummel umzumünzen. Allerdings ohne die Glaubwürdigkeit des Heftes zu gefährden. Deshalb schätzen Experten Kundenzeitschrift und Coupon zunehmend als echtes «Dreamteam». Denn als Anzeige geschaltet oder als eigenes, nutzwertiges Scheckheft beigelegt, bleiben Coupons sauber vom redaktionellen Inhalt getrennt. Alles schön und gut? Nicht nur. Die Studie «Responseverhalten im Corporate Publishing» hat die Dialogfähigkeit von Kunden- und Mitarbeitermagazinen untersucht und die Details abgebildet: Response-Studie (PDF, 792 KB) response.pdf
Auch Deutsch will dekorieren
Einige Wörter sind nicht nur lächerlich, sondern schlichtweg falsch – «sich fokussieren» etwa. Denn «fokussieren» bedeutet: etwas auf einen Zielpunkt ausrichten. Eine reflexive Form dieses Verbs gibt es naturgemäss nicht. Die neudeutschen Wichtigsprecher meinen damit etwas anderes, nämlich «sich konzentrieren».
Englisch zu dekorativen Zwecken
In englischen Wendungen steckt der Geist einer aufschneiderischen Werbung. Nur: Die sprachliche Modernisierung ist ein fake. Weil englische Wendungen ausschliessen. Vergleichbar mit der Jugendsprache, der es darum geht, sich von der Erwachsenenwelt abzuschotten. Töricht wäre es, sich über Kürzel aufzuregen, die die Eltern nicht verstehen – denn das ist ihr Sinn. Allein: Was soll ich von Unternehmen halten, die wie Kinder auftreten? Unternehmen, die Erwachsene verblüffen und ärgern wollen.